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Selzen im Selztal

Seit einiger Zeit sollte klar sein, dass ich in Selzen im Selztal wohne und eine persönliche Ansicht hinsichtlich der richtigen Rheinseite und der falschen Rheinseite habe. Offenbar gibt es bei Gesprächspartnern immer noch Unklarheiten bezüglich meiner Heimat.

Es scheint immer noch an der Zeit, diese Unklarheiten zu beseitigen.

Selzen

Selz (links Hahnheim, rechts Selzen)

Selz (links Hahnheim, rechts Selzen)

Das geschichtsträchtige Selzen hat etwa 1.500 Einwohner, liegt an der Selz und liegt im Selztal (siehe unten).

Die erste urkundliche Erwähnung Selzens ist im Jahr 782 als „Salzen“ im Lorscher Codex zu finden. Gräberfunde aus der jüngeren Steinzeit – 2000 v. Chr.-, aus der Römerzeit – 100 nach Christus – und aus der Frankenzeit des 6./7. Jahrhunderts dokumentieren einen geschichtsträchtigen Ort.

[ Seite „Selzen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 23. November 2014, 12:42 UTC. (Abgerufen: 24. Januar 2015, 13:49 UTC) ]

Es gibt in der Gemeinde Selzen ein paar kleinere Betriebe und vor allem: Weingüter. Das Zuckerlottche (der Beiname kommt von den jährlichen Rübentransporten) hatte hier auch einen Bahnhof – wenn auch auf der anderen Seite der Selz in der Gemeinde Hahnheim. Die Hahnheimer und die Selzer Frösche leben jedoch friedlich zusammen und miteinander, auch wenn sie auf jeweils gegenüberliegenden Seiten der Selz leben. Selzer Frösche?

Einer Legende nach seien die Bewohner im Mittelalter verpflichtet gewesen, die Frösche in der Selz oder im Teich dadurch zum Schweigen zu bringen, dass sie mit Stangen in das Wasser schlugen. Die Gutsherrschaft wollte ungestört vom Quaken schlafen. Deshalb tragen die Bewohner den Spitznamen Selzer Frösche.

[ Seite „Selzen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 23. November 2014, 12:42 UTC. (Abgerufen: 24. Januar 2015, 14:05 UTC) ]

Die allerbeste aller Ehefrauen und ich wohnen seit 2012 in Selzen (und haben seitdem noch keine Gutsherrschaften wohl aber Frösche bemerkt). Zuvor wohnten wir von 1999 bis 2012 in Schwabenheim an der Selz. Wie der Name erahnen lässt, liegt auch Schwabenheim an der Selz.

Schwabenheim an der Selz

Schwabenheim

Mein Vater kommt aus Schwabenheim an der Selz, meine Mutter kommt aus Höchst im Odenwald (wo ich auch aufwuchs). Mich verschlug es durch eine Verkettung diverser Realitäten 1999 zusammen mit diemanue.la wieder in die Heimatortschaft meines Vaters. Die Ortschaft Schwabenheim an der Selz (Wikipedia-Eintrag) hat über 2.600 Einwohner und ist damit die bevölkerungsstärkste Gemeinde der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim. Meistens wird sowohl von Fremden als auch Eingeborenen aus Gründen der Kürze die Bezeichnung „Schwabenheim“ verwendet. Dies kann jedoch zu Verwechslungen mit der Ortschaft Pfaffen-Schwabenheim der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach führen. „Schwabenheim an der Selz“ gibt es erst seit 1904, die Ortschaft selbst ist allerdings doch etwas älter:

Es gilt als fränkische Gründung in der Zeit um 500 nach Chr. und wurde 766 erstmals urkundlich in den „Lorscher Annalen“ erwähnt. Der älteste erwähnte Name war „Suaboheim“, seit dem 13. Jahrhundert änderte sich dieser in „Sauerschwabenheim“. Der Zusatz „sauer“ bezieht sich auf den gleichnamigen Bach der durch das 12 Hektar große Landschaftsschutzgebiet „Pfauengrund“ fließt und diente zur besseren Unterscheidung der Gemeinde Pfaffen-Schwabenheim bei Bad Kreuznach. 1904 wurde der heutige Name Schwabenheim an der Selz eingeführt.

[ Quelle: Verbandsgemeinde Gau-Algesheim, abgerufen 24. Januar 2015 ]

Bis heute prägen Weingüter und Winzer das Bild von Schwabenheim.

Selztal

Die Selz ist als linker Nebenfluss des Rheins eines der Hauptgewässer in Rheinhessen (Bundesland Rheinland-Pfalz).

[ Wikipedia-Eintrag Selz ]

Die Selz ist etwa 63 km lang, entspringt in Orbis in der Pfalz und mündet bei Ingelheim (Wikipedia-Eintrag) in den Rhein. Von Selzen aus sind es mit dem Daumen auf der Google-Maps geschätzt noch etwa 25 Kilometer bis nach Ingelheim am Rhein. Von Alzey bis Ingelheim gibt es einen ausgeschilderten Rad- und Wanderweg an der Selz entlang. Dieser Wanderweg führt nur ein paar hundert Meter an INJELEA vorbei. Insbesondere am Wochenende und bei schönem Wetter „ist der Teufel los“. Deswegen findet man an diesem Rad- und Wanderweg immer wieder Straußwirtschaften oder ähnliche Einrichtungen zur geistigen Ertüchtigung.

 

Selztal im Herbst

Für mich verbanden sich früher mit dem Selztal vor allem die Gemeinden Stadecken-Elsheim, Bubenheim, Schwabenheim an der Selz und Groß-Winternheim. Jetzt also auch noch Selzen und Hahnheim. All diese Gemeinden liegen in Rheinhessen.

Rheinhessen

Rheinhessen (Touristik-Website, Wikipedia-Eintrag), auch „Land der tausend Hügel“ genannt, ist eine Region im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Region Rheinhessen umfasst etwa den Landkreis Mainz-Bingen (Verwaltungssitz in Ingelheim) und den Landkreis Alzey-Worms.

Gaaaaanz früher einmal gehörte Rheinhessen zum Großherzogtum Hessen und später zum Volksstaat Hessen. Aufgrund des Namensteils „hessen“ und der früheren Zuordnungen unterstellen Viele eine immer noch existierende Zuordnung Rheinhessens zum benachbarten Bundesland Hessen (das übrigens auf der falschen Rheinseite liegt, s.u.).

Was jedoch vollkommen falsch ist, denn Frankreich und die USA befreiten Rheinhessen 1945 aus dem hessischen Joch:

Rheinhessen entstand unter diesem Namen nach 1815, als die vorher politisch stark zersplitterte Region erstmals vereinigt und dem Großherzogtum Hessen zugeschlagen wurde, das sich dadurch über den Rhein hinaus ausdehnte. Teile Rheinhessens gehörten vor der französischen Revolution zu den linksrheinischen Gebieten der Kurpfalz, von Kurmainz oder des Hochstiftes Worms. Rheinhessen blieb bis 1945 beim dann so genannten Volksstaat Hessen. Durch die Grenzziehung zwischen französischer und amerikanischer Besatzungszone wurde es dann (mit Ausnahme der rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz und des bis dahin zu Guntersblum gehörigen Kühkopfs) von Hessen getrennt und war ab 1946 einer von fünf Regierungsbezirken des neugeschaffenen Landes Rheinland-Pfalz.

Seite „Rheinhessen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. Januar 2015, 11:58 UTC. (Abgerufen: 24. Januar 2015, 14:13 UTC) ]

Viele Rheinhessen beharren darauf, dass Rheinhessen bereits seit vielen Jahrhunderten als Region bestünde. Schließlich seien sie Rhoihesse und: „Mer babbele rhoihessisch“.

Rheinhessen liegt nicht in der Pfalz sondern grenzt lediglich an diese Region. Helmut Kohl ist also kein Rheinhesse. Das Tragen dieser Bürde obliegt den Pfälzern.

Festzuhalten gilt: Rheinhessen liegt

  • links des Rheins
  • auf der richtigen Rheinseite
  • nicht in Hessen
  • nicht in der Pfalz

und ist Teil von Rheinland-Pfalz.

Die Hauptstadt Rheinhessens ist…

Mainz

Die Hauptstadt (auch des Landes Rheinland-Pfalz) liegt im richtigen Rheinknie auf der richtigen Rheinseite.

Mainz

Mainz ist weltweit bekannt für die Mainzer Fastnacht. Ebenfalls sehr bekannt ist Mainz für seine römischen Wurzeln („Mogontiacum„). Vielen unbekannt sein dürfte die substantielle Angst vieler Bauherren, auf Überreste ebensolcher römischen Wurzeln wie römsche Schiffe oder Heiligtümer zu treffen. Römische Schiffe werden manchmal auch römische U-Boote genannt, da sie gelegentlich auftauchen – vorwiegend beim Ausheben von Fundamenten. Das Heiligtum der Isis und Mater Magna führte zu einer Unterbrechung von 17 Monaten beim Bau der Römerpassage (Einkaufszentrum).

Sehenswürdigkeiten von Mainz sind beispielsweise: Mainzer Dom, Kirche St. Stephan mit den Chagall Fenstern, Kleinkunstbühne Unterhaus, Wochenmarkt, Staatstheater Mainz, Altstadt, Neustadt und Museen.

Bedauerlicherweise wurden im Rahmen der neuen Grenzziehung nach 1945 die auf der falschen Rheinseite liegenden Mainzer Stadtteile Amöneburg, Kastel und Kostheim (nach deren Anfangsbuchstaben „AKK“) der Stadt Wiesbaden zugeschlagen. Dies führte zu dem immer noch andauernden AKK-Konflikt.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz ist eine parlamentarische Republik mit der Hauptstadt Mainz. Rheinland-Pfalz

… umfasst im Norden vom Rheinischen Schiefergebirge den südlichen Teil der Eifel, den Hunsrück, den westlichen Westerwald, das südwestliche Siegerland und den nordwestlichen Teil des Taunus sowie im südlichen Bereich das Mainzer Becken, das Rheinhessische Hügelland, das Nordpfälzer Bergland, die Westpfälzische Moorniederung, die Westricher Hochfläche, den Pfälzerwald und einen Teil der Oberrheinischen Tiefebene. Es grenzt im Norden an Nordrhein-Westfalen, im Osten an Hessen und Baden-Württemberg, im Süden an die französische Region Elsass sowie als Teil der Großregion im Süden an Lothringen und das Saarland, und im Westen an die luxemburgischen Distrikte Grevenmacher und Diekirch sowie an die Provinz Lüttich der belgischen Region Wallonien. Rheinland-Pfalz ist das Bundesland mit der größten linksrheinischen Fläche.

Seite „Rheinland-Pfalz“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Januar 2015, 08:56 UTC. (Abgerufen: 24. Januar 2015, 14:19 UTC) ]

Rheinland-Pfalz liegt somit weit überwiegend auf der richtigen Rheinseite.

Richtige Rheinseite

Die richtige Rheinseite ist hier in Rheinhessen und drüben im Rheingau eine moralisch-subjektiv positive Einordnung in Bezug auf hüben relativ des Flusses Rhein. Typischerweise wird diejenige Rheinseite als die richtige Rheinseite eingeordnet, auf der man gerne wohnt oder wohnen würde. Andere, auf der jeweils anderen Rheinseite wohnhafte Personen, wohnen demzufolge auf der falschen Rheinseite.

Auf unserer und auf der falschen Rheinseite wird oft abwertend von der jeweils anderen als der ebsch Seit gesprochen.

Ich wohne in Rheinhessen und daher auf der richtigen Rheinseite. Es gibt andere Personen, die aus ihrer Sichtweise ebenfalls auf der richtigen Rheinseite (z.B. in Wiesbaden) wohnen.

Auch im Rheinland und an der Mosel soll es unterschiedliche Einordnungen geben.

(A.d.V.: Wiesbaden liegt definitiv auf der falschen Rheinseite.)

Hamburger beim Christianshof

In drei Tagen ist es soweit: Am Samstag ist das 8. WTIS – das WebTreffen mit INJELEA in Selzen.

Wir sind eine überschaubare Runde – ich habe Tische für 14 Personen reserviert. Am Samstag sollen es 27 Grad Celsius bei klarem Himmel und einer Regenwahrscheinlichkeit von 2 Prozent werden. Ab Sonntag gehen die Temperaturen dann wieder zurück, und es wird regnerischer.

Wettervorhersage für WTIS14 am 6.9.2014Also haben wir hoffentlich am Samstag so viel Glück, dass wir draußen sitzen können. Ansonsten werden wir uns nach drinnen verziehen. Auf jeden Fall habe ich reserviert :-)

Im Christianshof gibt es übrigens auch Wochengerichte, die letzte Woche gab es Hamburger. Diesen Samstag gibt es die leider nicht mehr – aber dafür „Rheinhessisch à la Carte, Sauerbraten mit Knödeln“.

Weitere Informationen gibt es auf der Seite

WebTreffen mit INJELEA in Selzen

Falls jemand noch Interesse hat: Bei guten Wetter kein Problem, im Hof ist viel Platz. Bei Regen könnte es mit mehr Platz knapp werden. Oder Ihr meldet Euch bis morgen (Donnerstag) noch bei mir, damit ich versuche etwas mehr Platz zu schaffen.

Leben wie Gott in Rheinhessen Zum achten Mal treffen sich 2014 im idyllischen Rheinhessen Blogger, Twitterer, Social Networker und Interessierte, die sich persönlich kennen lernen wollen oder sich wieder sehen wollten. Gemeinsam lassen wir bei Gesprächen, Wein und Essen die Seele baumeln. Eingeladen sind alle, die gerne kommen wollen.

Seit 2007 lade ich Interessierte und Neugierige zum jährlichen WebTreffen mit INJELEA ein. Bis zu unserem Umzug 2012 fand WTIS im Margaretenhof Schwabenheim statt – jetzt setze ich die Tradition im Christianshof bei Selzen fort.

Wir sind meistens eine überschaubare Runde um die 20 bis 30. Letztes Jahr war es das erste Mal in Selzen, da waren wir nur zu zehnt. Das lag hauptsächlich daran, dass es bislang immer Anfang August war (gekoppelt an das Hoffest im Margaretenhof. Dadurch konnten und viele aufgrund der Urlaubszeit oft nicht kommen. Deswegen habe ich WTIS  jetzt in den September gezogen.

Es gibt keine festgelegten Themen, kein Programm, keine Tischordnung. Oft unterhalten wir uns erst eher über persönliche Themen wie Urlaub, weil wir uns sonst meist nur online treffen. Und schnell geht es auch um alles mögliche Fachliche.

Ich freue mich schon auf zahlreiche Gespräche mit Euch :-)

Wann? 6. September

Samstag, 6. September 2014, ab 18:00 Uhr

Wer? Interessierte

Jeder, der Lust darauf hat. Familienangehörige, Freunde und Bekannte sind willkommen.

Wo? Im Weingut Christianshof bei Selzen

Falls Ihr mit einem Navi anfahrt, so gebt bitte ein „Hahnheimerstraße 1, 55278 Selzen“ – da überquert Ihr von Selzen aus die Selz und seid ruck-zuck im Weingut.

Der Christianshof liegt ruhig abseits vielbefahrener Straßen an der Selz. Ein asphaltierter Wirtschaftsweg führt daran vorbei. Kinder können sich austoben, und Hunde haben reichlich Auslauf.

125/365 Mit dem Mayor im Christianshof abhhängen

Für Unkundige aus anderen Regionen als Rheinhessen oder Regionen jenseits der Ländergrenzen (beispielsweise Hessen) gibt es Hintergrundinformationen über Schwabenheim, Selztal und Rheinhessen: Die richtige Rheinseite.


In Google Maps ansehen

Anfahrtsbeschreibung aus Richtung Mainz:

  • Auf der A60 Abfahrt aus Richtung Rhein-Main oder aus Richtung Wiesbaden/Bingen kommen die Abfahrt 22a-Mainz-Hechtsheim-West in Richtung Mainz-Hechtsheim-West/Harxheim/Mz.-Ebersheim nehmen.
  • Ihr fahrt dann irgendwann an Mainz-Ebersheim und dann Gau-Bischhofsheim vorbei.
  • Durch Harxheim der Hauptstraße folgen.
  • Bei Mommenheim nacheinander durch die beiden Kreisel weiter in Richtung Selzen/Köngernheim fahren

In Selzen:

  • In Selzen weiter der Hauptstraße folgen, durch die Verengung fahren.
  • Kurz danach kommt Ihr an dem Restaurant „Selzer Frosch“ (linke Straßenseite) vorbei
  • Etwa 30 Meter danach rechts abbiegen. Da steht auch schon ein Schild zum Christianshof.
  • Über die Selz und dann entweder direkt links auf den Parkplatz oder zunächst am Christianshof vorbei und dann links auf dem Parkplatz parken.
  • Ihr seid da – wir sind im Innenhof :-)
  • Bei schlechtem Wetter sind wir innen drin im ersten Stock.

Anmeldung?

Bitte meldet Euch für unser Webtreffen an, damit ich entsprechend Tische reservieren kann:

Übernachtung?

In Selzen und Umgebung gibt es ein paar kleinere Übernachtungsmöglichkeiten. Schaut zunächst auf Selzen.de. Gerne helfen wir Euch auch bei der Suche.

Glühende Ballone in Selzen

Nacht der Ballone (Ballonglühen) in Selzen

Ausgewogenheit bedeutet für mich auch, dass ich zum Ausspannen oder Erleben vieles vor Ort habe. Auch wenn Selzen nur etwa 1.500 Einwohner hat, so gibt es innerhalb weniger Minuten vieles, was ich genieße. So wie gestern die Nacht der Ballone mit dem Ballonglühen in Selzen.

Die beste aller Ehefrauen und ich unternahmen gestern Abend von unserer Wohnung aus einen kleinen Spaziergang zur Wiese an der Selz. Dort gab es Getränke und Essen (wie Flammkuchen oder Bratwürste) und… viele Ballone :-) Das Wetter war traumhaft. Wir genossen einfach die Szenerie, die Erläuterungen zum Ballonfahren (Ballone fahren, sie fliegen nicht!) und dann natürlich das Ballonglühen. Bei einsetzender Dämmerung wurden acht Ballone mit heißer Luft gefüllt. Majestätisch erhoben sie sich über der Wiese. Bei Dunkelheit zündeteten die Piloten dann eine halbe Stunde lang die Brenner passend zu Musikstücken. Später spazierten wir wieder einfach zurück.

Glühvideo

15 Sekunden, aufgenommen mit der App von Tout.

[ Direktlink: Balloonglowing on Tout ]

Fotoalbum

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[ Direktlink zum Flickr-Fotoalbum ]

Karte

Das Ballonglühen war im unteren Bogen rechts von der Selz auf dem Wiesenstück zwischen Selz und Weg:


Größere Kartenansicht

 

Leben wie Gott in Rheinhessen Das WebTreffen mit INJELEA in Selzen (WTIS) ist im August 2013.

Seit 2007 lade ich Interessierte und Neugierige zum jährlichen WebTreffen mit INJELEA ein. Nach unserem Umzug feiere ich WTIS jetzt in Selzen. Zum siebten Mal treffen sich 2013 im idyllischen Rheinhessen Blogger, Twitterer, Social Networker und Interessierte, die sich persönlich kennen lernen wollen oder sich wieder sehen wollten. Gemeinsam lassen wir bei Gesprächen, Wein und Essen die Seele baumeln. Eingeladen sind alle, die gerne kommen wollen.

Nach meinem Umzug 2012 von Schwabenheim nach Selzen bleibt uns das „S“ erhalten: WebTreffen mit INJELEA in Selzen. Vorher haben wir, d.h. die allerbeste aller Ehefrauen und ich, das WTIS immer an das Hoffest des Margaretenhofs gekoppelt und waren damit auch terminlich gebunden.

In der Gutsschänkge Christianshof

In der Gutsschänkge Christianshof

Jetzt bieten wir Euch eine Auswahl von zwei Samstagen:

  • 3. August 2013 ab 18:00 Uhr
  • 10. August 2013 ab 18:00 Uhr

Wir werden WTIS dann an dem Tag mit den meisten Stimmen machen :-)

Weitere Informationen zu WTIS gibt es auf webtreffen.injelea.de. Ich freue mich schon auf zahlreiche Gäste mit zahlreichen Gesprächen :-)

 

Dieses Jahr steht im Zeichen meines Vaters. Zu wissen und zu erfahren, dass ein lieber Mensch stirbt, das sind zwei unterschiedliche Dinge. Die Erfahrung, von Woche zu Woche und dann von Tag zu Tag diesen lieben Menschen sterben zu sehen, tut weh. Ein persönlicher Jahresrückblick und ein kleiner Ausblick.

Noch am Jahresanfang will ich es nicht wirklich glauben. Ich glaube, „es“ wird doch noch irgendwie gutgehen. „Es“, das ist ein tödlicher Hirntumor (Glioblastom). Zunächst halten sich die Symptome bei meinem Vater in Grenzen: Vergesslichkeit, leichte Sprachstörungen, allgemeine Mattigkeit, eine Sehschwäche.

Im Januar noch fahren wir für eine Woche nach Antholz zum Biathlonwettkampf. „Fahrt, Ihr braucht das, und Ihr könnt nichts tun, was ich nicht auch kann!“ sagt meine Mutter. Die Chemo müssen wir zuvor abbrechen, weil mein Vater sie nicht verträgt. Wir wissen um das Unvermeidliche. Antholz bringt mir kein Vergessen.

Eine weitere Operation ist nicht möglich, der Tumor sitzt zu tief an und in wichtigen Hirnregionen. Dennoch immer wieder Kontrolluntersuchungen. Ich bin oft im Odenwald bei meinen Eltern. Mein Vater hat keine Schmerzen, sagt er. Nie hatte er Schmerzen. Zumindest sagt er das. Nie sagt er das böse Wort: Hirntumor. Seine Krankheit umschreibt er, wenn Ärzte oder wir ihn dazu fragen. „Da ist was in meinem Kopf“ meint er nur und umgeht jede Diskussion dazu.

Seit dem Sommer zuvor habe ich nach einer neuen Stelle keinen Job, es ist eine Mischung aus „Es hatte nicht harmoniert“ und „Ich will für meinen Vater dasein“. Ich bin immer mal wieder auf Veranstaltungen, bin unter anderem auf dem Enterprise 2.0 Summit in Paris. Ich überlege und schwanke zwischen einem neuen Job und der Selbständigkeit für „danach“.

Die Symptome werden schlimmer. Im April ist eine Unterhaltung mit meinem Vater kaum noch möglich, der Rollator hilft ihm nicht mehr, er geht kaum wenige Schritte in der Wohnung. Der körperliche und geistige Verfall schreitet voran. Irgendwie weiß er im Innern um seinen Zustand und freut sich auf seinen achtzigsten Geburtstag am 21. April. Ein letztes Mal kommen Verwandte, Geschwister, Freunde, Nachbarn, Bekannte. Auch seine Schwester, die im Monat darauf an einem allergischen Schock sterben wird. Er blüht auf, mit dem Bürgermeister kommt sogar so etwas wie eine Unterhaltung auf – auch wenn sie auf meines Vaters Seite nur aus Floskeln und kurzen Sätzen besteht. Am Nachmittag muss er sich zwischendurch auf der Couch hinlegen, aber ins Bett will er nicht.

Im Mai fahre ich für ein paar Tage zur Re:publica nach Berlin. Ein riesiges Klassentreffen mit alten und neuen Bekannten. Meine Mutter drängt mich geradezu. Ich unterhalte mich mit Menschen und kann den einen Menschen dabei nicht vergessen. Doch ein ausführliches Gespräch wird mein Leben später am Jahreswechsel ändern. Meine Versuche, meine Mutter zu Erholungszeiten und mehr Unterstützung zu drängen, schlagen kläglich fehl. Immer erst, wenn sie wirklich nicht mehr kann, nimmt sie wieder etwas mehr Hilfe an wie die von der Sozialstation Höchst.

Nachdem ich aus Berlin zurück bin akzeptiert meine Mutter dann irgendwann das Unvermeidliche: Sie kann meinen Vater nicht mehr zuhause pflegen. Er kann nicht mehr sprechen, kann sich fast nicht mehr bewegen. Manchmal kommt ein gequälter Schrei, plötzlich scheint er immense Kräfte zu haben und versucht er, sich aus dem Pflegebett zu heben. Kaum eine Minute lässt meine Mutter ihn alleine. Doch dann gibt sie zu: Sie schafft es nicht mehr. Meine vorherigen Erkundigungen und Gespräche machen sich bezahlt, innerhalb von nur zwei Tagen haben wir einen Platz und mein Vater ist in einem Pflegeheim.

Immer wieder fahren wir zu meinem Vater. Oft liegt er einfach nur da, aber an vielen Tagen lächelt er uns an, drückt unsere Hand. Meine Mutter kann etwas durchatmen, zumindest körperlich. Sie will, dass auch Manuela und ich für ein paar Tage durchatmen, und wir fahren im Juli zu Verwandten nach Dachau. Auf der Fahrt zu einem Ausflug am Starnberger See kommt der Anruf.

Mein Vater war ein stiller, ruhiger Mensch. Die Gedenkfeier passt zu ihm. Still und ruhig. Ein allerletztes Mal kommen Verwandte, Geschwister, Freunde, Nachbarn, Bekannte, Jahrgänge. Die Halle ist viel zu klein, bis weit ins Freie stehen die Leute. Viele habe ich seit vielen Jahren nicht gesehen oder kenne ich noch nicht einmal. Wir unterhalten uns, erinnern uns.

Ich unterstütze meine Mutter bei dem vielen Papierkrieg, erledige Besorgungen, besuche sie. Die Gemeinschaft von Feunden und Bekannten ist unglaublich und gibt ihr weiteren Halt. Immer wieder aber gibt es Momente des Erinnerns und auch der Trauer.

Ich will leben. Living for Life.

Bis zum Jahresende nehme ich mir Zeit, dann will ich wieder „tätig werden“. Es geht mir um Arbeit im Sinne von „zusammen“ arbeiten. Ob ich das als Angestellter oder als Selbständiger tue, ist nachrangig. Es geht mir um die Tätigkeiten, das Menscheln, das Tun, das Lernen. Wenn ich Tim Ferris lese, schleicht sich zunächst ein Bedauern für ihn ein: Er muss arbeiten, damit er Geld hat, damit er Dinge tun kann, die ihm Spaß machen. Kein Wunder, dass er krampfhaft die Arbeit minimiert, damit er überhaupt Spaß haben kann. Inzwischen bemitleide ich ihn. Ich will gerne arbeiten und dabei Spaß haben. Gleichzeitig. Wenn ich das trenne, und selbst wenn ich die Arbeit auf vier Stunden in der Woche minimiere, dann ist das vergeudete, weggeworfene Zeit.

Informationen sammeln, Erkundigungen einholen, Gespräche führen, vereinzelt Seminare besuchen, Pläne machen. Die Seminare sind im Wesentlichen Zeitvergeudung. Finanzen, Steuern und viel wichtiger: Inhalte. Mein Alter, meine Erfahrungen, meine Reife: Zu viel und zu teuer? Zu wenig Freiheit? Dann also Selbständigkeit. Mein BWL-Studium zahlt sich nach Jahrzehnten erneut aus: Ich bin „beratender Betriebswirt“ und werde dadurch Freiberufler.

Im November ziehen wir um von einer Doppelhaushälfte mit vier Zimmern und Keller in vier Etagen in Schwabenheim in eine großzügige Dreizimmerwohnung auf einer Ebene in Selzen. Der Umzug und seine Vorbereitungen sind stressfrei und machen Spaß, am Abend stehen alle Möbel, sogar die Küche mit allen angeschlossenen Geräten. Wir, @diemanuela und @fwhamm, bleiben im Selztal und gewinnen sympathische Vermieter. Auch die Jungs, @HerrIdefix und @Pupsylotta, fühlen sich sofort wohl.

Ende November erhalte ich eine Nachricht. Ich habe Zeit für ein Treffen. Ein weiteres Treffen. Angenehme Treffen, sehr angenehme. Alter, Erfahrungen, Reife, Freiheit – auch für eigene Projekte – und vor allem: Spaß.

Pläne sind dafür da, über den Haufen geworfen zu werden. Aber ohne Plan überlebt man die erste Viertelstunde der Schlacht nicht. Habe ich so vor über 30 Jahren einmal gelernt. Meine militärische Vergangenheit schimmert immer mal wieder durch – mindestens mit einem oder zwei Augenzwinkern ;-)

Ich werfe also meine beruflichen Pläne über den Haufen, ordne und forme sie neu, mache zwei neue Pläne:

  • Senior Consultant bei einer Agentur in Frankfurt.
  • Freier PR-Berater im Bereich Kommunikation und Kollaboration.

INJELEA – IN Jedem Ende Liegt ein Anfang. Ich freue mich auf den Jahresanfang – und auf zahlreiche Gespräche :-)

Ihr und Euer Frank

Ein kleiner Einblick in die Gegend von Selzen, Selztal und Umgebung:

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P.S. Sogar pünktlich zum Jahresende habe ich mein zweites 365er Projekt abgeschlossen: Meine 365 – Dieses Jahr mit Zugabe.