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Gestern abend war Claus Weselsky von der Gewerkschaft der Lokführer mit einem Interview jeweils im Heute-Journal und in der Tagesschau den Tagesthemen präsent – und damit auch im Social Web.

Mit dem kostenlosen Version des Tools Talkwalker Social Analytics habe ich im Schnellschuss ohne große Prüfungen eine Abfrage gestartet:

#gdl OR gdl OR #bahnstreik OR bahnstreik OR #weselsky OR weselsky OR „gewerkschaft deutscher lokomotivführer“

Eingegrenzt sind die Ergebnisse von 21:00 bis 23:30 Uhr am 3. November 2014 und auf die Medientypen Blogs, Facebook, Foren, Twitter. News habe ich explizit ausgeschlossen, und auf Plattformen wie Google+ oder Instagram tat sich de facto gar nichts. Das Heute-Journal begann um 21:45 Uhr, die Tagesthemen begannen um 22:15 Uhr. An der Darstellung über die Zeit sind die Interviews jeweils gut nachzuvollziehen.

Monitoring GdL (Resultate über Zeit)

Monitoring GdL (Resultate über Zeit)

Twitter ist wie zu erwarten klar der stärkste Medientyp.

Monitoring GdL (Medientypen)

Monitoring GdL (Medientypen)

Insgesamt gab es im Zeitraum 1.146 Erwähnungen.

Monitoring GdL (Buzz)

Monitoring GdL (Buzz)

Männer beteiligten sich weit mehr als Frauen. Um das weiter zu hinterfragen, würde ich jetzt die Resonanz der Themen generell zu der Resonanz der beiden Nachrichtensendungen vergleichen. Möglicherweise ist #GdL bzw. #Bahnstreik einfach ein Männerthema – vielleicht weil die meisten Pendler immer noch Männer sind?

Monitoring GdL (Geschlecht)

Monitoring GdL (Geschlecht)

Und das war der eigentliche Anlass, weswegen ich nachschaute: Die Tonalität. Für mich hat die automatische Auswertung der Tonalität von Blogartikeln, Statusupdates oder Tweets keine absolute Aussage und keine hohe Zuverlässigkeit. Ich benutze die Tonalität eher, um plötzliche Veränderungen festzustellen, um dann weiter nachzuforschen.

Doch irgendwie passt diese Verteilung zu meinen Erwartungen nach dem gestrigen Interview.

Monitoring GdL (Tonalität)

Monitoring GdL (Tonalität)

Interessant wäre es, jetzt den Peak gegen 22:15 Uhr hinsichtlich der Themen zu analysieren. Ich habe nur das Interview im Heute-Journal gesehen, dazu passt der Peak negativer Tonalität. Die Wortwahl, das Auftreten und die Art der Antworten waren prädestiniert für genau diesen Peak. Teilweise ließ er Marietta Slomka nicht ausreden, oder er antwortete mit längeren Monologen. Seine Antworten waren selten wirklich Antworten sondern meist Stellungnahmen und Vorwürfe. Danach war er in den Tagesthemen, bei gleichem Verhalten würde dazu der darauffolgende Peak negativer Tonalität passen.

Monitoring GdL (Tonalität über Zeit)

Monitoring GdL (Tonalität über Zeit)

Die Menge der Treffer und das geringe Zeitfenster sind für mich Anlass, die Auswertung mit Vorsicht zu genießen. Dennoch wage ich eine Interpretation:

Weselsky hätte mit einem besseres Medientraining und wirklichem Interviewverhalten (d.h. auf Fragen zu antworten) derartige negative Peaks vermeiden können. So aber gehe ich davon aus, dass seine Interviews noch weiter polarisierten. Vielleicht war aber auch seine Zielsetzung genau dies: Einschwören auf eine absolute Position (was er selbst seinen Gegnern vorwarf).

Bildquellen: Alle Grafiken sind Screenshots aus Talkwalkers Social Analytics Tool.

Talkwalker Social Media Search

Talkwalker Social Media Search: „unwetter OR gewitter OR überschwemmung OR luftmassen OR sturmtief OR hagelkörner OR streckensperrung OR hitzegewitter OR sturm“

Talkwalker bietet mit seiner kostenlosen Social Media Search eine Einstiegsdroge in das Social Media Monitoring. Die Social Media Search punktet mit einer gefälligen Oberfläche, guten Drill-Down-Möglichkeiten und zahlreichen Auswahlmöglichkeiten.

Im letzten Jahr reagierte Talkwalker mit Talkwalker Alerts bereits auf die schwächelnden Google Alerts. Jetzt legt Talkwalker mit der kostenlosen Variante ihres Vollproduktes nach. Talkwalker gab mir die Möglichkeit, vorab die Talkwalker Social Media Search auszuprobieren. Da ich das „normale“ Produkt kenne, fiel mir einerseits der Einstieg leicht. Andererseits musste ich mich gelegentlich zügeln, da ich einfach die Social Media Search wie das volle Produkt behandeln wollte ;-)

Die erste Suchabfrage ergibt zugleich den Projektnamen. Dieses Projekt kann nachträglich nicht mehr bearbeitet werden, und es gibt nur ein Projekt.

Es können im Projekt Suchabfragen ausgeführt werden, die letzten fünf Abfragen sind in der Historie sichtbar. Die Ergebnisse sind in der freien Version auf 7 Tage beschränkt. Die Suchabfragen unterstützen eine umfangreiche Syntax, die zunächst dieselbe wie bei dem professionellen Account zu sein schien.

Ich habe mich auf die Unwetter der letzten Tage gestürzt:

unwetter OR gewitter OR überschwemmung OR luftmassen OR sturmtief OR hagelkörner OR streckensperrung OR hitzegewitter OR sturm

Meine Versuche mit der Syntax eine einzelne Quelle auszuschließen, schlug allerdings fehl:

(unwetter OR gewitter OR überschwemmung OR luftmassen OR sturmtief OR hagelkörner OR streckensperrung OR hitzegewitter OR sturm) AND -site:forum.daserste.de

(unwetter OR gewitter OR überschwemmung OR luftmassen OR sturmtief OR hagelkörner OR streckensperrung OR hitzegewitter OR sturm) AND -source_id:“ex:forum.daserste.de“

Wie sehr Statistiken einen in die Irre führen können, zeigt nämlich das Wörtchen „sturm“ in meiner Abfrage. Bei den Meinungsführern ist „forum.daserste.de“ nämlich ganz oben dabei – weil dort im Forum ständig der „Sturm der Liebe“ tobt :-D

Die maximal fünf Abfragen lassen sich vergleichen. Also beispielsweise die Umwetterabfrage mit der Abfrage „INJELEA OR fwhamm“. Das das nicht wirklich sinnvoll ist, dürfte klar sein. Aber so lassen sich beispielsweise Marken, Unternehmen, Personen oder Kampagnen vergleichen. Und im Drill-Dow lassen sich dann die Bösewichter mit der negativen Tonalität identifizieren – um festzustellen, dass es gar keine Bösewichter sind ;-)

Für aktuelle Themen zeigt sich hier übrigens, wie sehr Twitter den News-Medien voraus ist. Auf Twitter war schon längst alles gelaufen, bis die News-Medien die Unwetter wirklich aufgriffen. Allerdings können unter Umständen automatisierte Accounts wie @warndienst das Bild verfälschen, wenn die Automaten mit einem inkorrekten Regelwerk falsche Meldungen raushauen.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Sortierung oder die Auswahl zu ändern (wenn auch nicht im Umfang wie der volle Talkwalker-Account).

Das Tool bietet eine Auswahl der Möglichkeiten, welche die volle Talkwalker-Version beinhaltet. In der vollen Talkwalker-Version beispielsweise lassen sie einzelne Artikel in der Tonalität verändern. Die automatische Tonalitätsanalyse ist in der kostenlosen Talkwalker Social Media Search daher mit großer Vorsicht zu verwenden. Allerdings halte ich eine automatisierte Tonalitätsanalyse generell für eine Tendenz und einen Warnindex. Ob jetzt 40 oder 60 Prozent Artikel negativ sind, das ist dann eher eine Glaubensfrage. Wenn aber der Anteil der negativen Artikel von 40 plötzlich auf 60 Prozent anspringt, dann sollte ich einfach einmal meinen gesunden Menschenverstand anwenden und weiter analysieren.

Natürlich macht ein Unternehmen nichts kostenlos, ohne eine Absicht damit zu verbinden. Talkwalker bietet an, die Social Media Search zu einem 14-tägigen, kostenlosen Testaccount der vollen Talkwalker Version upzugraden – und wer dauerhaft dessen umfangreiche Möglichkeiten nutzen möchte, der muss dafür zahlen. Mehr zahlen bedeutet aber eben auch deutlich mehr bekommen ;-)

Fazit: Für kein Geld bietet die Talkwalker Social Media Search eine super Oberfläche mit Drill-Down und relativ umfangreichen Analysemöglichkeiten für eine schnelle Analyse.

Flickr Fotoalbum Talkwalker Social Media Search

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Tag Cloud

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Interessante Lesezeichen für Sie zum Stöbern und Lesen. Die Themen dieses Mal: Abmahnungen bei Verstoß gegen Datenschutzrecht, Social Media Monitoring, Digital Divide, Management und Innovation, Präsentationstipps, Produktivity, Management und Job.

Seit einigen Jahren benutze ich Social Bookmarks, inzwischen ist Pinboard das Werkzeug zur Sammlung meiner Lesezeichen. Für meine Leser kennzeichne ich besonders Lesenswertes mit dem Tag “INJELEA-Lesenswertes“. In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich diese lesenswerten Lesezeichen hier im Blog.

  • Abmahnung: 1.200 Euro wegen Fehlern beim Einsatz von Google Analytics? | I LAW it
    Die Gefahr wegen Datenschutzverstoßen abgemahnt zu werden, wird immer wahrscheinlicher. Vor allem, wenn Sie populäre Dienste wie Google Analytics einsetzen, ohne die rechtlichen Vorgaben zu beachten.
  • Selecting social media listening tools – Smart Insights Digital Marketing Advice
    There are many social media monitoring and management tools on the market and making an educated choice about which SMM tools can best address company’s needs and justify social media investment, has become a challenging task for organizations as social media technology business has branched out into a diverse set of technologies, data types and countless vendors confusing buyers.This August 2013 comparison of social media monitoring tools by Ideya Ltd shows that there are at least 250 tools now available. Of these 199 are paid, with the remainder free or using a combined model.
  • Das Internet im Blick: 6 Monitoring-Tools im Vergleich

    Ein anschaulicher Vergleich von fünf Monitoring-Tools im dreistelligen Preissegment (monatlich).“Der Markt an Tools für Online-Monitoring boomt. Wir haben uns ein wenig umgeschaut und sechs vielversprechende Software-Angebote getestet und verglichen.

    Auf der Suche nach einem Mediamonitoring-Tool für Online-Medien haben wir uns in der Branche umgehört und einen Blick in die „Marktübersicht Medienbeobachter 2013“ der Convento GmbH geworfen. Fünf namhafte Tools haben wir genauer unter die Lupe genommen:

    ferret der ferret go GmbH
    blueReport der cognita AG
    UMT Delta der uberMetrics Technologies GmbH
    Talkwalker der altares Mediamonitoring GmbH
    Echobot der Echobot Media Technologies GmbH“

  • Embracing Digital Technology | MIT Sloan Management Review

    Lesenswert, auch wenn die Autoren Michael Fitzgerald, Nina Kruschwitz, Didier Bonnet und Michael Welch nur ihre Email als Kontaktmöglichkeiten angeben. Es lebe der Digital Divide!A study by MIT Sloan Management Review and Capgemini Consulting finds that companies now face a digital imperative: adopt new technologies effectively or face competitive obsolescence. While there is consensus on the importance of adopting digital technology, most employees find the process complex and slow. Many say their leaders lack urgency and fail to share a vision for how technology can change the business. Companies that succeed tend to have leaders who share their vision and define a road map, create cross-organizational authority for adoption and reward employees for working towards it.

  • Culture Eats Strategy | Management Innovation eXchange
    Jonathan Becher, SAP: Understanding a company’s culture is a key component that leaders may ignore. When I took on a new role, an updated strategy was cited as top priority. What the team needed was a culture boost. I focused on culture management to change the “delegate up” practices and effectively implement strategy. It’s an ongoing process of encouraging people to take the risks associated with making their own decisions, but it’s paying off with faster decision-making, improved performance, and higher morale.
  • Das eigene Startup gekonnt vorstellen: Präsentationstipps für schüchterne Gründer | netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung

    Tipps von Robert Brandl fürs Präsentieren aus einem Coaching und eigener Erfahrung: „Ein Gründer, der nicht präsentieren kann, ist gewissermaßen wie ein Jäger ohne Jagdgewehr. Glücklicherweise bin ich der Meinung, dass man mit genug Übung alles lernen kann, und suchte mir deshalb einen Public Speaking Coach, mit dem ich mich insgesamt achtmal traf.Die Präsentation, auf die ich mich vorbereitete, war für eine Veranstaltung des europäischen Flughafenverbandes Airport Council International in Dublin. Ich durfte über smarte Webtools referieren und darüber, wie die Marketingabteilungen von Flughäfen diese bestmöglich einsetzen können.

    Hier sind die wichtigsten Punkte, die ich während des Coachings gelernt und dann in der Praxis umgesetzt habe: “

  • Rise and shine: the daily routines of history’s most creative minds | Science | The Guardian
    Benjamin Franklin spent his mornings naked. Patricia Highsmith ate only bacon and eggs. Marcel Proust breakfasted on opium and croissants. The path to greatness is paved with a thousand tiny rituals (and a fair bit of substance abuse) – but six key rules emerge
  • What Google’s algorithm change means for PR pros | Articles | Main

    Google is no longer providing the keywords people use to find your site, and the Hummingbird update means marketers have to be even smarter about the content they create so people can find it in search results.Add that to the in-depth articles you should already be writing and, well, your job just changed significantly.

  • The social media manager is dead. Long live social media. – Fortune Management

    Social Media ist (nur) ein Werkzeug, das nicht isoliert eingesetzt werden sollte. Alle Bereiche eines Unternehmens sollten es benutzen (wenn angebracht). Oder gab es damals einen Corporate Fax Manager?Behind the marked decline in social media managers is a sea change in the way that social media itself is used within organizations.

  • Menschen mit Arbeit unglücklicher als Ex-Kollegen, die jetzt arbeitslos sind | Everfach
    Mitarbeiter kommen in ein Unternehmen und verlassen ihre Führungskräfte. Schuld daran ist eine miserable Ausbildung und Förderung in Unternehmen zur Führungskraft. Entscheidend ist immer noch das bessere Fachwissen (und ein besseres persönliches Netzwerk) für eine Beförderung. Denn Wissen ist Macht – besonders in Deutschland.
  • Exklusiv: Gallup-Analyse – Lieber arbeitslos und glücklich als mit Job und miesem Arbeitsumfeld | Management-Blog
    Die einzige Organisation, die ich erlebte und die ihre Führungskräfte zum Führen ausbildete, war die Bundeswehr. Alle anderen beförderten die Mitarbeiter mit dem besten Fachwissen und dem besten Netzwerk. Wissen ist macht, und deswegen bleiben Führungskräfte auf ihrem Wissen oft sitzen. „Mitarbeiter-Führung: Wenn Arbeitslose glücklicher sind als Menschen mit Arbeit, läuft etwas brachial schief in den Unternehmen. Die typische Ursache dieses Dilemmas ist die Beförderungspolitik: Aus Fachkräften wird holterdipolter mal eben eine Führungskraft gemacht. Den Chefposten vertraut die Unternehmensleitung fast immer demjenigen an, der die beste Fachkraft ist -statt aufs Führungstalent zu schauen. „Dem fehlt dann oft das Bewusstsein, dass er das, was er brauchte, um Chef zu werden, nicht mehr braucht, sobald er Chef ist.“ Denn er soll jetzt nicht mehr seine früheren Aufgaben wahrnehmen, im Gegenteil, das ist kontraproduktiv“, schildert Reinhard Sprenger. „Seine neue Chef-Aufgabe ist, die Leistung anderer Menschen zu leiten, sie zu fordern und nur noch dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter glänzen.““

Alle besonders lesenswerten Lesezeichen gibt es auf Pinboard: “INJELEA-Lesenswertes“. Und natürlich auch zum Abonnieren als RSS-Feed ;-)

Viel Spaß beim Lesen und… live long and prosper!

Digest powered by RSS Digest

Talkwalker Alerts Startseite

Gestern Morgen wies Mirko Lange auf den neuen Dienst Talkwalker Alerts hin. Talkwalker Alerts solle wie Google Alerts sein. Ich habe Talkwalker Alerts einem ersten Test unterzogen.

Nach Mirko Langes Hinweis auf Talkwalker Alerts habe ich einen Alert aufgesetzt und mich angemeldet. Nach Erstellung eines Alerts mit einer Emailadresse erhielt ich das Passwort im Klartext zugesendet. Das gibt einen Punktabzug. Ich erwarte, dass ich mein Passwort bei einer Registrierung auf der Website selbst vergebe. Das Passwort zum ersten Anmelden im Klartext zu versenden ist für mich ein No-Go, auch wenn damit nur ein geringes Risiko verbunden ist. Das richtige Vorgehen wäre: Email und Passwort angeben, (kryptischer) Bestätigungslink kommt per Email, danach ist das Anmelden möglich.

Manage Talkwalker Alerts

Der Alert war sehr simple:

  • Abfragebedingung: injelea OR fwhamm OR „Frank Hamm“
  • Egal ob News, Blog, Forum etc.
  • Alle Sprachen
  • So oft ein Treffer gefunden wird
  • Alle Ergebnisse (und nicht nur die wichtigsten)

Gut zu wissen: Talkwalker Alerts unterstützt eine reichhaltige Syntax.

Zunächst kamen alle möglichen Ergebnisse (jüngere und ältere) querbeet aus den letzten Jahren (beispielsweise ein vier Jahre alter Blogeintrag, in dem ich erwähnt worden war) sowohl in einer Email und auch im RSS-Feed. Allerdings waren die Ergebnisse bei weitem nicht vollständig. Bei solchen historischen Ergebnissen ist mir das auch nicht wichtig. Besser wären vollständige Startergebnisse nur für die letzten x Wochen und ein Live Monitoring danach.

Dann setzte ich einen kleinen Taumler-Beitrag zum Testen auf:

Mit Talkwalker-Alerts ist ein neuer Alertspieler auf dem Feld:

> Monitor the Web for interesting new content about your name, brand, competitors, events or any favourite topic with Talkwalker Alerts!

> Talkwalker Alerts are an easy and free alerting service that provides email updates of the latest relevant mentions on the Web directly to your email box or RSS feed reader.

Jetzt teste ich einmal mit fwhamm und injelea, ob Talkwalker Alerts diesen Artikel findet…

Eine Talkwalker Alert-Email

Die entsprechende Email mit dem Alert kam etwa 6 Stunden später. Bis jetzt ist im RSS-Feed der entsprechende Eintrag allerdings nicht vorhanden. Ich ziehe RSS-Feeds beim Monitoring einer Email-Benachrichtigung vor, denn dann habe ich sie alle übersichtlich in meinem RSS-Reader (besser gesagt: In allen meiner RSS-Reader auf allen Plattformen).

Mein erstes Fazit: Der Dienst hat großes Potential, aber bisher überzeugt er mich nach einem Tag noch nicht. Abwarten und Tee Kaffee trinken – und beispielsweise darauf warten, dass dieser Blogartikel von mir (ich mache es einfach: „Frank Hamm“) in einem Alert erscheint ;-)

Update 1: Der Email-Alert von Talkwalker Alerts zu diesem Artikel kam etwa eine halbe Stunde nach Veröffentlichung.

Update 2: Trendiction (Hersteller von Talkwalker) hat reagiert und die Behebung des RSS-Problems angekündigt (im Kommentar zu diesem Beitrag).

Bildquellen: Talkwalker Alerts Screenshots.

Immer häufiger begreifen deutsche Unternehmen, welch wertvolle Informationen über Zielgruppen, Wettbewerber oder die eigene Branche im Social Web zur Verfügung stehen. Mit einem professionellen Social Media Monitoring lässt sich dieser Datenschatz heben und es können entsprechende Handlungsoptionen abgeleitet werden. Um das Ganze einmal an einem Beispiel deutlich zu machen, hat Webbosaurus, ein Anbieter für Full-Service Social Media Monitoring, verschiedene Elektrohändler genauer unter die Lupe genommen.
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Studiendesign

Im Rahmen der Untersuchung wurden die Elektrohändler: Conrad, Euronics, Innova, Promarkt und redcoon betrachtet. Auf Blogs, Foren, Frage/Antwortportalen, Verbraucherportalen, YouTube und sozialen Netzwerken gab es dabei innerhalb einer Woche 405 relevante Aktivitäten. Dabei wurden die Plattformen automatisch durch die Monitoringtechnologie von Webbosaurus durchsucht und sämtliche Beiträge von erfahrenen Analysten auf deren Relevanz geprüft, sowie anschließend bewertet. Spam, Fehlbeiträge, Dubletten, Aktivitäten von Bots, sowie kommerzielle Blogbeiträge wurden vorab herausgefiltert.

Einige Ergebnisse

Mit Abstand am häufigsten wurde über Conrad (32 Beiträge pro Tag) und redcoon (20 Beiträge pro Tag) diskutiert. Foren und Twitter waren dabei die überwiegend genutzten Kanäle. Auf Blogs und auf Facebook gab es hingegen nur vereinzelt Beiträge. Neben dem Sortiment und der Verfügbarkeit von Produkten wurde vor allem das Preis-Leistungsverhältnis immer wieder thematisiert. Die Produktqualität oder auch der Service sind für die Nutzer offensichtlich von geringerem Interesse. Wirft man einen Blick auf die Tonalitäten der einzelnen Anbieter, so wird deutlich, dass Conrad das beste Verhältnis aufweist. Auf einen negativen Beitrag kommen dabei, 1,7 positive, sowie 3,4 neutrale Beiträge. Am schlechtesten wahrgenommen wird Euronics. Insgesamt stammen 89% der Aktivitäten von männlichen Nutzern.

Beispiele qualitativer Insights

Anschließend wurden einige quantitative Resultate eindringlicher untersucht.

Augenfällig ist, dass bei redcoon das Thema Werbung einen vergleichsweise hohen Gesprächsanteil hat. Die Tonalität der Werbemaßnahmen ist im Vergleich besonders negativ. Die Tagcloud zeigt schnell auf, worauf dies zurückzuführen ist. Alfons Schuhbeck, Dschungelcamp, Busenluder sind dort die am häufigsten verwendeten Begriffe. An der Stelle kann sicher noch von keinem Shitstorm gesprochen werden, dennoch sollte redcoon diesen Sachverhalt einmal genauer betrachten.
Social Media Monitoring Tagcloud - Elektrofachhändler
Bei Conrad „da gibt es alles“ und das auch noch „günstiger“. Mit diesen beiden Schlagworten lässt sich zum Beispiel die positive Tonalität von Conrad zusammenfassen. Weiterhin zeigt die Analyse, dass die negativen Beiträge zu Euronics vor allem auf deren Versand und Service zurückzuführen sind.

Zitat: „Die Mitarbeiter vom euronics haben echt kein Zeitgefühl. Nächste Woche kommt der KVA! Jetzt sind schon fast 3 Wochen rum!“

Ebenfalls ersichtlich aus der Tagcloud wird, dass Nutzer offenkundig nach Erfahrungen und Meinungen anderer Menschen fragen, bevor sie sich ein Produkt zulegen. Das unterstreicht, dass die Elektrohändler Kundenbewertungen wahr- und ernstnehmen sollten. Insbesondere negative Beiträge sollten im Detail analysiert und die Missstände untersucht werden.

Fazit/ Handlungsempfehlung

Der Betrachtungszeitraum von einer Woche kann natürlich nicht als fundierte Grundlage betrachtet und als Ausgangsbasis für mögliche Handlungen angesehen werden. Dennoch wurden durch diese beispielhafte und oberflächliche Analyse bereits einige Ansatzpunkte offenbart. Sinnvollerweise wird Social Media Monitoring kontinuierlich betrieben, um die Datenbasis zu erweitern und die Beiträge im richtigen Verhältnis zu bewerten. Es ist daher essentiell Social Media Monitoring professionell zu betreiben und eine intelligente Strategie zu verfolgen, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

Der Autor:

phil_only - kleinPhilipp Rodewald ist passionierter Sportler und Läufer. Als Gründer und Geschäftsführer der Webbosaurus GmbH, einer Berliner Agentur für Full-Service Social Media Monitoring und individuelle Analysen, überwacht er die Reputation von Marken und Unternehmen im Social Web.

Foto Elektofachmarkt: (c) Clemens v. Vogelsang
Alle anderen Fotos: (c) Webbosaurus GmbH CC BY-ND 3.0 DE