Titus Müller - Vom Glück zu leben Titus Müller ist offensichtlich ein sehr gläubiger Mensch. Daraus bezieht er seine Stärke. Diese Stärke ermöglicht ihm neue Perspektiven einzunehmen und sich nicht von Gewohnheiten benebeln zu lassen – er geht "mit offenen Augen durch die Welt" und scheut sich nicht an ungewohnten Stellen die Augen zu öffnen. Neue Sichtweisen und seine durch und durch optimistische Grundhaltung prägen sein Buch "Vom Glück zu leben".

Auf Titus Müller wurde ich aufmerksam durch seine Perry Rhodan-Folge und das Buch "Die Siedler von Vulgata". Das war es für lange Zeit erst einmal. Irgendwann holte ich mir "Vom Glück zu leben", das zunächst für lange Zeit in irgendeinem Bücherstapel verschwand. Jetzt begann ich meinen Lese-Reboot mit diesem Buch, und ich bin froh dafür. Seit gestern habe ich es durchgelesen und mir an einigen Stellen Merkzettel eingeklebt. Erstens weil ich mir später diese Stellen noch einmal durchlesen wollte, und weil ich zweitens durch das Hinkleben mir diese Stellen noch besser merken kann.

Ungeordnet und nicht ganz willkürlich hier einige Gedanken zu einigen Kapiteln.

Zeitpuffer

Auch wenn alle Züge pünktlich sind: Wenn man mit der Bahn fahren will, ergeben sich notgedrungen Zeitpuffer. […] Zur Sicherheit rechnet man Warteminuten ein. Und aus diesen Warteminuten kann man lernen, wie nützlich und angenehm Zeitpuffer sind.

Wartezeit soll einen Sinn haben? Aber ja! Angenommen, Sie berechnen den Weg zum nächsten Termin genau und stürzen so los, dass sie gerade noch rechtzeitig dort sind – wenn Ihnen dann im Hausflur ein Nachbar begegnet, wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben als ein gehetztes Kopfnicken. Ist das ein erfülltes Leben?

Ich nehme mir gerne Zeitpuffer. Gerne komme ich etwas zu früh zu Terminen. Denn dadurch schnuppere ich die Atmosphäre, und es ergeben sich oft die wunderbarsten Gespräche. Auch bleibe ich gerne einfach einmal stehen oder setze mich hin. Ich atme tief ein und genieße die Momente und die Umgebung bewusst.

Doch gerade das vermisse ich bei vielen Führungskräften. Sie hasten von Termin zu Termin, die Termine selbst sind selten wirklich effizient (oder gar effektiv). Zwischen den Terminen und in den Terminen bleibt für die Umgebung und die Kollegen keine Zeit. Schade.

Bin ich liebenswert?

Wenn man nicht sicher ist, ob man es wert ist, von anderen geliebt zu werden, dann kommt "Normalsein" für einen nicht in Frage. Der dritte Platz oder womöglich gar kein Ehrenplatz – das ist in diesem Fall eine Katastrophe. Man muss Erfolg haben, herausstechen, durch besondere Leistung auffallen.

[…]

Es ist nämlich so: Hat man den einen überrundet, kommt der nächste dran. Niemals wird man der Weltbeste in einer Sache sein. Und sollte es doch gelingen – Ehrgeiz als Lebenssinn erweist sich spätestens dann als enttäuschender Hohlkörper, weil man quasi einen Sprint ins Leere hingelegt hat. 

Es ist wie mit dem Fahren auf der Autobahn, besonders im Berufsverkehr: Es gibt immer einen Schnelleren. Ich versuche so zu fahren, dass ich mit mir zufrieden bin und andere nicht behindere und andere auch einfach einmal vorlasse. Lieber genieße ich gute Musik oder die Landschaft, als ständig gehetzt nach vorne oder in den Rückspiegel zu starren. Und damit lässt es sich zügig und dennoch locker fahren. Gut zu fahren macht Spaß.

Freude an neuen Ideen

Erlauben Sie sich ab und zu einen unwahrscheinlichen Gedanken. Haben Sie weniger Angst, sich zu blamieren. Die besten Dinge auf dieser Welt sind entstanden durch wahnwitzige, luftige Träume.

Durch meine Entwicklung in den letzten Jahren und das Bloggen habe ich gelernt, Ideen rauszulassen. Einfach so. Es tut nicht weh. Selbst das Blamieren tut nicht weh, weil die anderen nämlich gar nicht lachen. Interessanterweise haben viele dieselben wahnwitzigen, luftigen Träume.

Vom Fernwehschrei einer Lokomotive

Schreiben Sie einen Brief, um ihn in zehn Jahren wieder zu lesen […]. Schreiben Sie eine Geschichte! Bringen Sie ein Erlebnis zu Papier, das Sie nicht vergessen möchten. Wer sich darauf einlässt, wird merken, dass Schreiben eine faszinierende Sache ist.

Durch die Zugriffsanalyse werde ich nach Monaten plötzlich auf ältere Artikel hingewiesen, die ich dann gerne wieder lese, um mich zu erinnern. Mein Blog ist mein Papier. Schreiben ist für mich eine faszinierende Sache. Vielleicht werde ich sogar irgendwann einmal richtiges Papier beschreiben. Vielleicht.

Tun Sie mal wieder etwas Sinnloses!

Tun Sie doch mal wieder etwas Sinnloses! Etwas, das Sie nicht in der Karriere weiterbringt, keine Verpflichtung gegenüber der Familie einlöst, keinen Termin erledigt oder irgendeinen Lohn einbringt außer – Sie glücklich zu machen.

Vor einigen Tagen habe ich meinen Rechner "neu aufgesetzt". Jetzt werde ich Civilization IV installieren und ganz sinnlos spielen. Weil es mich ablenkt und glücklich macht ;-)

Und dies wiederum erscheint mir ziemlich sinnvoll :-)