Keyboard/Tastatur (Mac)

Stefan Wickenhäuser stellt die offensichtlich rhetorische Frage „Brauchen Unternehmen Chief Digital Officer?„. Schnell übergeht er eine klare Antwort und schwenkt auf die Aufgaben und Tätigkeiten eines „CDO“. Ein CDO sei übergreifend zu verstehen. Er trage andere Sichtweisen in die Bereiche mit hinein. Er frage nach, stelle selbst immer wieder die Frage „warum machen wir das so?“.

Daher ist die Frage nach dem „Warum“ sehr einfach zu beantworten: ein CDO hat die Aufgabe, im Unternehmen abteilungsübergreifend Themen zu verstehen, andere Perspektiven einzunehmen und neues Potential aufzuzeigen.

Und „… natürlich muss er sich mit neuen Geschäftsmodellen und Produkten befassen. Dabei immer den Kunden im Zentrum haben und entsprechend das Unternehmen darauf ausrichten.

Prima. Ein CDO hat Aufgaben, er muss hinterfragen, querdenken. Wickenhäusers Fazit lautet:

Die Einführung eines CDO muss man wollen.

Doch, was hat das mit „Digital“ zu tun? Selbstreferentiell scheint das Vorhandensein von Aufgaben für eine Position selbige zu rechtfertigen.

Unternehmen brauchen keinen Chief Digital Officer

Die Zeichenkette „Digital“ kommt genau drei Mal im Text vor: Zwei Mal in „Chief Digital Officer“ und ein Mal in „Zeitalter der Digitalisierung“. Keinen einzigen Grund nennt Wickenhäuser, warum es ein Chief Digital Officer sein muss. Mit dem Mythos, ein CDO kenne sich extrem gut mit Technologien aus, räumt er auf. Also nicht nur mit dem Mythos, ein CDO müsse sich mit der Digitalisierung, sondern mit Technologien überhaupt auskennen!

Wenn dem so ist, dann brauchen Unternehmen keinen Chief Digital Officer!

Unternehmen brauchen eine CDO

Die Digitalisierung erzeugte und erzeugt Impulse und Veränderungen für Unternehmen (im Übrigen: auch für andere Organisationen). Manchmal sind es aber auch analoge Ideen wie zum Stellenwert des Kunden. Oder zur „Customer Journey“ oder zur „Customer Experience“. Warum ein freundlicher Mitarbeiter in der Filiale mehr Wert sein kann als zehn Newsletter oder Messenger-Nachrichten. Manche Unternehmen nehmen Impulse auf und reagieren auf Veränderungen, und manche Unternehmen wiederum schaffen die Impulse und Veränderungen selbst. Doch es geht dabei – so selbst Wickenhäuser – nicht darum, sich gut mit Technologien auszukennen. Wickenhäuser selbst negiert das Digital im CDO.

Bei einem CDO gehe es um grundsätzliches Verständnis von Technologien. Und was ist mit einem grundsätzlichen Verständnis von Organisation, von Menschenführung und von vielen anderen Themen in und für Unternehmen? Soll ein CDO doch „übergreifend tätig werden, interdisziplinäre Teams zusammenstellen und in andere Bereiche aktiv eingreifen„.

Und er muss in Frage stellen dürfen! So kann eine Veränderung gelingen.

Dafür brauch es kein „Digital„. Es geht um Change und Innovation. Früher hätte man eine Stelle für Organisationsentwicklung geschaffen. Oder eine Innovationswerkstatt. Es geht um kreative Veränderungen und Störungen. Oft genügt braucht es für ein behäbiges Unternehmen Disruptionen, mit der es durchgeschüttelt und neu ausgerichtet wird.

Wenn es also schon ein „D“ im CxO sein muss, dann brauchen Unternehmen einen CDO. Einen Chief Disruption Officer. Oder einen Chief Development Officer.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.