Nicole Simon hat vollkommen Recht. Wenn Mitarbeiter in ihrer
Arbeitszeit so viel Zeit haben, um auf Ebay zu steigern/versteigern,
sich auf Xing in Foren zu tummeln, auf Facebook zu chatten – dann hat
das Unternehmen ein Problem:

Aber Sie stimmen doch zu, dass es verschwendete Zeit im Internet gibt?

Auf jeden Fall! Das ist ja auch einer der Gründe, warum viele Unternehmen anfangen, Seiten zu sperren. Ich kenne sogar große Firmen, die zum Beispiel den Zugang zu Xing blockieren, weil die Mitarbeiter dort Zeit verschwenden. Seit vielen Jahren sperren Unternehmen auch Angebote wie Ebay. Und heute sind eben auch die sozialen Netzwerke mit dabei. Auf der einen Seite klingt das alles ganz normal und in Ordnung, weil man glaubt, damit die Produktivität zu erhöhen. Wenn man aber die Mitarbeiter nicht vernünftig so leiten kann, dass sie die Werkzeuge, die ihnen zur Verfügung stehen, verwenden können, dann hat man noch ganz andere Probleme.

[ Web
2.0: Warum Unternehmen twittern müssen – Handelsblatt.com
  ]

Diese Unternehmen haben ein Problem mit ihren Führungskräften. Denn die Führungskräfte führen nicht. Ansonsten hätten ihre Mitarbeiter Aufgaben, deren Zielerreichung kontrolliert wird. So vergeuden die Mitarbeiter ihre Zeit, d.h. die Zeit ihres Arbeitgebers, mit privaten Tätigkeiten.

Und das "Schlimmste" daran ist: Es geht auch ohne Internet. In der Kaffeeküche, in der Raucherecke, sogar im Büro beim Quatschen und Tratschen. Das ist keine Erfindung des Internets. Das gab es schon vor 100 Jahren. Und jeder wusste es. Damals waren die Mitarbeiter dran schuld und nicht die Chefs. Heute ist dieses Internet dran schuld und nicht die Führung.