Warum nur Kongo?

Warum Kongo? Weil man schnell politisch werbewirksam zeigen will: „Wir…

Warum Kongo? Weil man schnell politisch werbewirksam zeigen will: "Wir sind aktiv, wir tun was!". Weil es opportun ist und nicht, weil es richtig ist. Das ist meine Antwort auf die Frage: "Warum Kongo?" von Julius Endert.

Nach der Vereinigung von Bundeswehr und NVA wurden die Truppen von 680.000 auf 250.000 Soldaten zurechtgestutzt.

Einhergehend
mit der Ratlosigkeit, mit der die Politik mit der Vereinigung generell
umging, wurde die Größenreduzierung zwar mit dem Zusammenbruch des
Warschauer Pakts gerechtfertigt und radikal durchgezogen. Jedoch fehlt
auch heute noch eine konsistente militärische Sicherheitspolitik mit Zielsetzungen
und Rahmenbedingungen (z.B. für UN- oder EU-Einsätze im Ausland).

Von
Fall zu Fall wird diskutiert, gezögert, Rat eingeholt, die
tagesaktuelle Stimmung in der Bevölkerung taxiert – und die Soldaten
stehen dann im Regen. Opportun wird im letzten Moment – aber mit aller
Heftigkeit und Schnelligkeit – nach den Soldaten gerufen (oder auch nicht).

Dabei
sollte man zunächst von den Soldaten lernen: "Nicht kleckern, klotzen"
sagte schon Heinz Guderian. In Krisensituationen muss man rechtzeitig
und dann mit aller Macht konzentriert die Truppen einsetzen. Eben nicht
in der Art: "Schicken wir doch mal ein paar Leute da runter, die sollen
sich das ein bißchen ansehen. Und wenn einer der Lokalfürsten plötzlich
etwas dagegen hat (‚Ach was, wieso das denn plötzlich?‘), dann können
wir ja immer noch eine Sondersitzung im Bundestag einberufen."

So fehlt die Linie in den Einsätzen der Bundeswehr. So ist es denn eben mal schnell der Kongo. Und nicht der Sudan. Nicht Iran. Nicht Irak. Ich war und bin aus Überzeugung gegen den Einsatz deutscher Truppen im Irakkrieg. Die traurige Wahrheit, warum Deutschland beim Angriff im 2. Irakkrieg nicht dabei war, lautet jedoch schlicht und einfach: Weil es nicht opportun war. Und deswegen ist es jetzt nur der Kongo.

Autor: Frank Hamm

Frank Hamm](https://frank-hamm.com) (* 14. April 1961 in Ingelheim am Rhein) ist ein deutscher Kommunikationsberater, Blogger und Autor. Hamm lebt in der Ortsgemeinde Selzen (Rheinhessen). Im INJELEA-Blog behandelt er seit 2005 Fachliches aus Kommunikation, Produktivität, Kollaboration und Intranets. Als Der Entspannende berichtet Hamm über Wandern, Genuss und Kultur in Deutschland. Sein gleichnamiges Blog gehört zu den etablierten deutschsprachigen Wanderblogs. Subjektives aus Raum und Zeit veröffentlicht er in seinem Kolumnen-Blog Der Schreibende. In den Sozialen Medien ist Hamm aktiv auf Twitter als @DerEntspannende und als @fwhamm, auf Facebook als Der Entspannende und auf Instagram als Der Entspannende. Nachrichten und Anfragen beantwortet Hamm per E-Mail via frank@frank-hamm.com.