Was ist eine Squeezebox?

Seit Sommer 2009 habe ich eine Squeezebox. Inzwischen habe ich zwei Squeezeboxen und einen Squeezeboxserver (SBS). Auf Twitter oder Facebook werde ich gelegentlich danach gefragt: Was ist eine Squeezebox? Was kann ich mit einer Squeezebox machen? Warum soll ich eine Squezebox und kein normales Radio nehmen? Ich möchte meine Daten nicht an Logitech geben, kann ich einen eigenen Squeezeboxserver haben? Also was brauche ich alles für eine Squeezebox?

Seit Sommer 2009 habe ich eine Squeezebox. Inzwischen habe ich zwei Squeezeboxen und einen Squeezeboxserver (SBS). Auf Twitter oder Facebook werde ich gelegentlich danach gefragt: Was ist eine Squeezebox? Was kann ich mit einer Squeezebox machen? Warum soll ich eine Squezebox und kein normales Radio nehmen? Ich möchte meine Daten nicht an Logitech geben, kann ich einen eigenen Squeezeboxserver haben? Also was brauche ich alles für eine Squeezebox?

In diesem Artikel gebe ich zunächst Antworten auf diese allgemeinen Fragen. In einem späteren Blogartikel beschreibe ich ganz konkret, wie ich meine Squeezeboxen benutze.

Es gibt ähnliche Produktreihen auch von anderen Herstellern. Ich beschränke mich auf die Squeezebox.

Was ist eine Squeezebox?

Squeezebox Boom

Eine Squeezebox ist ein Internetradio. Anstelle einer Antenne hat eine Squeezebox einen Internetanschluss (entweder mit Kabel/Ethernet oder mit WLAN). Squeezeboxen sind von Logitech. Es gibt ein paar unterschiedliche Modelle. Wie viele Radios kann ich auch (fast) jede Squeezebox an eine Anlage anschließen. Die Squeezebox Touch beispielsweise ist sehr klein, hat einen Touchscreen und wird an die Stereoanlage angeschlossen.

Meine erste Squeezebox war die Squeezebox Boom (zum Größenvergleich die Kaffeetasse), die jetzt bei uns im Schlafzimmer steht. Die hat eigene Lautsprecher. Es gibt aber auch kleinere ;-)

Was kann ich mit einer Squeezebox machen?

Ich kann damit alle Radiosender oder Websites hören, die ihre Musik (oder Ton allgemein) über das Internet streamen. Beispiele: Klassik Radio, SWR, Hawaiian 105.

MySqueezebox

Ich kann Favoriten verwalten. In der Squeezebox kann ich Favoriten hinzufügen und anordnen.

Warum soll ich eine Squeezebox und kein normales Radio nehmen?

Bei der Squeezebox kann ich verschiedene Internetdienste konfigurieren, so dass ich mit meinem Account direkt von der Squeezebox aus auf meine Favoriten und Einstellungen bei dem Internetdienst zugreifen kann. Beispiel: Ich kann die Musik meiner Kontakte auf Last.fm hören.

Ich kann übers Internet Diensten mitteilen, welche Musik ich gerade höre. Beispiele: Facebook, Last.fm. Bei Last.fm heißt dies „Scrobbeln“. Wenn ich genügend scrobbele, dann lernt Last.fm meinen Musikgeschmack kennen und kann mir auch ähnliche Musik bzw. Künstler abspielen.

Aber was ist das Besondere im Vergleich zum Player oder Browser?

Aber das kann ich doch auch mit einer normalen Playersoftware oder mit meinem Browser machen. Was habe ich denn davon, dass ich mir so eine Squeezebox hinstelle?

Alle Einstellungen, die ich für die Squeezebox vornehme, werden zentral im Internet abgespeichert. Dazu melde ich mich einmalig bei MySqueezebox an. Das sind lediglich ein paar Server von Logitech mit einer Verwaltungssoftware, die am Internet angeschlossen sind. Die Anmeldung bei MySqueezebox kostet nichts (ist sozusagen im Kaufpreis drin).

Wenn ich eine Squeezebox das erste Mal einschalte und konfiguriere, wird aufgrund der Region automatisch ein Squeezeboxserver zugeteilt. „Mein“ Squeezeboxserver steht irgendwo in oder bei Frankfurt. Je nach Modell kann ich meine Squeeze auch an die Stereoanlage anschließen. Mit dem Notebook ist das zumindest umständlich.

Update: Beim Squeezeboxaccount werden die Einstellungen gespeichert (z.B. Wecker, Favoriten). Das mache ich über die Bedienelemente der Squeezeboxen, über die Fernbedienungen oder über den Browser. Die Squeezeboxen, die Fernbedienungen und die Browser unterhalten sich mit dem Squeezeboxserver. In diesem Kommunikationskanälen sind die Rechner im eigenen Netzwerk außen vor. Von denen bekommt der Squeezeboxserver nichts mit. Die eigenen Rechner (egal ob Windows oder Mac) haben schließlich auch noch eine Firewall. Außerdem ist der Squeezeboxserver in der Scriptsprache Perl programmiert. Damit ist der Quelltext immer offen. Es würde sofort bemerkt werden, wenn der im Programmcode Anweisungen wären, um in anderer Rechner einzudringen.

Und jetzt kommt das besondere: Wenn ich eine zusätzliche Fernbedienung oder eine zweite Squeezebox kaufe und das erste Mal einschalte und konfiguriere, dann habe ich ja schon ein Benutzerkonto. Damit habe ich zentral alle meine Daten wie die Favoriten oder die Einstellungen für die Internetdienste. Ich kann von überall aus darauf zugreifen, solange ich eine Internetverbindung habe.

Wenn ich also auf der Terrasse im Garten sitze und die Musik im Wohnzimmer habe, dann kann ich mit der Fernbedienung einen anderen Sender einstellen oder die Lautstärke ändern. Ich kann aber auch die Squeezebox Boom im Schlafzimmer ausschalten (weil ich das vergessen habe) oder beide Squeezeboxen synchronisieren (was bei Feten praktisch ist: Die Squeezebox Boom kommt dann in die Küche).

Die Fernbedienung kann ein Squeezebox Controller sein. Genauso kann ich aber auch über meinen Browser MySqueezebox aufrufen und dort die „Player“ fernbedienen. Oder mit der iPhone-App iPeng (iTunes Store) :-) Die ist übrigens nicht von Logitech sondern von jemand anderem, der eine Schnittstelle zu MySqueezebox programmiert hat.

iPeng iPhone app
Mit iPeng, der iPhone-App, kann ich alle Squeezeboxen fernsteuern.

Ich möchte meine Daten nicht an Logitech geben, kann ich einen eigenen Squeezeboxserver haben?

Ja! Die Software für so einen Squeezeboxserver gibt es für Windows, Mac, Linux und auch für ein paar Netzwerkspeicher (Network Attached Storage, „NAS“). Man kann die Software beispielsweise auf einem Windowsrechner installieren und hat dann seine eigene Squeezeboxzentrale. Dann muss aber der Rechner und die Software darauf laufen!

Auf meinem Rechner mit dem Squeezeboxserver kann ich dann auch meine eigene Musik ablegen und über die Squeezebox abspielen. Ich habe bisher etwa 100 Alben gerippt (mit Exact Audio Copy, EAC), als MP3 gespeichert und dann auf meinen Squeezeboxserver gespeichert.

Ich habe nämlich einen QNAP TS-419P im Arbeitszimmer stehen. Der verbraucht wesentlich weniger Strom als ein „richtiger Rechner“ und ist gleichzeitig mein Squeezeboxserver, mein Backupspeicher, mein Streamingserver und einiges mehr. Aber keine Angst: Sowas braucht kaum einer außer ein paar Nerds…

Update: Wenn ich den Squeezeboxserver auf einem eigenen Rechner installiere, dann hat der natürlich Zugriff auf die Festplatten. Allerdings liest er nur die MP3-Dateien aus. Es würde sehr schnell auffliegen, da die Programmanweisungen offen lesbar sind.

Also was brauche ich alles für eine Squeezebox?

Zum Hören von Musik/Radio benötige ich:

  • Einen Stromanschluss (keine Batterien bzw. Akkus!)
  • Einen Internetanschluss (je nach Modell WLAN und/oder Ethernetkabel)
  • Ein kostenloses Benutzerkonto bei MySqueezebox
  • Eine Squeezebox mit Lautsprecher (alternativ eine Squeezebox, die ich an die Stereoanlage anschließe) aka „Player“, die Squeezebox Boom hat beispielsweise eine eigene kleine Fernbedienung dabei

Optional:

  • Benutzerkonten bei verschiedenen Diensten im Internet (dazu später mehr im nächsten Blogartikel)
  • Eine zusätzliche Fernbedienung wie den Squeezebox Controller. Ich kann aber auch mit dem Browser MySqueezebox aufrufen und damit meinen Player fernsteuern. Oder die iPeng-App.
  • Einen eigenen Rechner für die Squeezeboxserver-Software. Das würde ich aber erst mal hintenan stellen. Dann nach ein paar Wochen einfach mal auf dem Windows oder Mac ausprobieren. Einen Netzwerkspeicher habe ich mir auch erst über ein Jahr später gekauft.

In einem späteren Blogartikel beschreibe ich, welche Squeezeboxen und Fernbedienungen ich benutze und wie die Zusammenhänge sind.

Noch Fragen? Einfach hier im Kommentar, auf Facebook oder auf Twitter. Ich bin immer gerne zu Diensten :-)

Autor: Frank Hamm

Frank Hamm](https://frank-hamm.com) (* 14. April 1961 in Ingelheim am Rhein) ist ein deutscher Kommunikationsberater, Blogger und Autor. Hamm lebt in der Ortsgemeinde Selzen (Rheinhessen). Im INJELEA-Blog behandelt er seit 2005 Fachliches aus Kommunikation, Produktivität, Kollaboration und Intranets. Als Der Entspannende berichtet Hamm über Wandern, Genuss und Kultur in Deutschland. Sein gleichnamiges Blog gehört zu den etablierten deutschsprachigen Wanderblogs. Subjektives aus Raum und Zeit veröffentlicht er in seinem Kolumnen-Blog Der Schreibende. In den Sozialen Medien ist Hamm aktiv auf Twitter als @DerEntspannende und als @fwhamm, auf Facebook als Der Entspannende und auf Instagram als Der Entspannende. Nachrichten und Anfragen beantwortet Hamm per E-Mail via frank@frank-hamm.com.

6 Gedanken zu „Was ist eine Squeezebox?“

  1. Klasse Beschreibung. Eine Frage noch:

    Kann ich die Squeezebox auch als „kabellosen Lautsprecher“ für mein Notebook nutzen?

    z.B: wenn ich Beiträge aus einer Mediathek oder so wiedergebe und mit der Qualität der im pc integrieten
    Lautsprecher nicht zufrieden bin.

    1. Squeezeboxserver als kabelloser Lautsprecher? Das ist grundsätzlich möglich aber nur eingeschränkt und umständlich. Dazu müsste der Squeezeboxserver auf dem Notebook installiert werden. Die Squeezebox (z.B. Boom) würde sich dann damit verbinden und die gestreamte Musik (z.B. mp3) wiedergeben. Alles andere, was nicht vom Squeezeboxserver kommt, geht ganz normal über die Lautsprecher des Notebooks. Bedingung ist, dass beide (Notebook + Squeezebox) in demselben WLAN hängen.

      Die Squeezebox kann davon unabhängig aber alle möglichen Streams aus dem Internet abspielen (z. B. direkt Webradios von den Websites der Radiosender oder indirekt über Verzeichnisse wie Shoutcast). Oder auch beispielsweise Last.fm.

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