Eine Leserin hat mir eine Email geschickt und bittet mich um ihre Hilfe

Ich studiere Verkehrsbetriebswirtschaft und Logistik und schreibe zur Zeit meine Dipomarbeit […] im Süddeutschen Raum. Im Rahmen dieser Arbeit bin ich nun aktuell auf der Suche nach Beispielen von Unternehmen die Web 2.0 – Anwendungen erfolgreich anwenden. Allerdings sollten dies Unternehmen sein, die nicht Web 2.0 – Anwendung verkaufen oder deren gesamtes Geschäftmodell darauf basiert sonder Unternehmen, aus der z.B. Dienstleistungsbranche oder Konsumgüterindustrie, die Web 2.0 in ihre Kommunikationsstrategie integriert haben.
Nun möchte ich Sie fragen, ob Sie mir hierbei ein paar herausragende Beispiele nennen können. 

Zuerst dachte ich: "Kein Problem". Dann aber geriet ich ins stolpern. Vielleicht stehe ich auch nur auf dem Schlauch 2.0, aber:

So sehr auch Web 2.0 und Enterprise 2.0 in aller Munde ist – so wenig
wird Web 2.0 tatsächlich außerhalb der IT- oder der Medienbranche
eingesetzt. Gerade in Deutschland beschränkt sich der Einsatz oft auf
Blogs im externen Einsatz – gelegentlich auch intern, aber interner
Einsatz dringt selten nach außen. Es sei denn, es ist
"publikumswirksam" (positiv oder negativ) wie "damals" bei Hr. Kleinfeld von
Siemens. Die interne Anwendung von Web 2.0 dürfte oft noch auf einzelne U-Boot-Projekte (z.B. in der IT zum Ausprobieren) beschränkt sein – oder der zielgerichtete Einsatz wird nicht nach außen kommuniziert.

Zugegebenermaßen achte ich auch nicht so sehr auf die Konsumgüterindustrie – das müsste ich ändern ;-)

Vorbehalte gegen die neuen Webtechniken und vor allem die damit
verbundenen kulturellen Auswirkungen lerne ich auch in dem Unternehmen,
in dem ich meine Brötchen verdiene, immer wieder kennen.

Oft werden indirekt oder auch ganz offen diese Argumente genannt:

  • Zeitverbrenner – Web 2.0 ist unproduktive Klickerei, die man hochrechnen kann und dann zusätzlich Personal einstellen müsste.
  • Missbrauch – Mitarbeiter schlagen schnell über die Strenge und
    nutzen das Mitmachweb, um über das Management zu motzen oder um
    Informationen bzw. Dokumentationen zu fälschen ("Vandalismus").
  • Agenturen – die Agenturen haben ein neues goldenes Kalb gefunden und wollen nur verkaufen und damit Geld machen.
  • Sinnlos – Es kommt nichts dabei rüber außer M***.

In Deutschland gibt es die beiden klassischen Beispiele für externe Corporateblogs Saftblog und Frosta-Blog. Ein Wiki im externen Einsatz ist das SYNAXON Open Wiki – aber auch hier ein Unternehmen, das mit IT sein Geld macht.

Ein aktuelles Beispiel für ein Unternehmen mit internen und externen Blogs ist T-Systems (z.B. Automotive Blog und das Blog von CEO Reinhard Clemens) – aber auch nicht gerade ein "normales" Dienstleistungs- oder Konsumgüterunternehmen.

Auf http://del.icio.us/injelea/case-study habe ich damit begonnen, Artikel über Einsatzbeispiele von Intranets, Web 2.0 oder Enterprise 2.0 zu sammeln.

Könnt Ihr meiner Leserin (und mir) mit Praxisbeispielen weiterhelfen?