Soeben lese ich in Wikinomics von Don Tapscott (mit dem ich mich übrigens beim Abendevent des Dresdner Zukunftsforums gut unterhalten konnte). Unter der Überschrift "Die Wiki-Arbeitskräfte" stolpere ich über eine Beschreibung:

Das Fazit lautet: Die Arbeitsethik der Net Geners gibt ihnen als geborenen Innovatoren einen Vorsprung. Sie sind immer auf der Suche nach Neuem. Sie sind offen für neue Ideen. Sie glauben an Vielfalt in allen Bereichen ihres Lebens. Der Wunsch dieser Generation nach Freiheit wird hochgradig kooperative und kollegiale Arbeitsumfelder erfordern, die Leben und Arbeit ausbalancieren und in denen vor allem der Spaß zählt. Ihr Interesse für das Spielerische wird sich auch auf die Arbeitsplatzgestaltung auswirken. Und während ihr Wunsch nach Authentizität bedeutet, dass sie allen ungeschickten Versuchen älterer Generationen widerstehen, die ‚ihre Sprache sprechen‘ wollen, besitzen Firmen, die sich den neuen Forderungen der Net Generation anpassen, einen gewaltigen Vorsprung beiInnovation und Wettbewerb. Firmen, denen das nicht gelingt, bleiben an der Seitenlinie stehen und scheitern an der Aufgabe, ihr Personal zu verjüngen, weil die Net Geners andere Gelegenheiten ergreifen.

Wäre ich nur 25 Jahre jünger, dann könnte ich wohl dazugehören und wäre vielleicht sogar ein Digital Native. So aber lächle ich nur ein wenig über die "Gnade der frühen Geburt" und fühle mich dieser Wiki-Arbeitswelt doch sehr verbunden.

Ich stelle jedoch immer wieder fest, dass für viele Führungskräfte / Manager dies eine vollkommen fremde Arbeitswelt ist (auch wenn sie um einiges jünger als ich sind). Sie haben nicht nur eine andere Meinung – nein, sie können sich diese Welt einfach nicht vorstellen! Sich mit ihnen zu unterhalten ist so, als ob ich mich mit Marsmännchen unterhalten würde (vielleicht liegt es ja an mir).

Außerdem habe ich in einigen Gesprächen bemerkt, dass der "War for Talents" tatsächlich beginnt. Leider aber besteht die Reaktion vieler Personaler offensichtlich lediglich darin, den Output bereits vorhandener Maßnahmen und Kanäle (z.B. Jobmessen, Anzeigen) zu erhöhen – aber nicht darin, andere Wege und Plätze aufzusuchen.

Weil sie sich diese Wiki-Arbeitswelt nicht vorstellen können.

P.S. "Märkte sind Gespräche" – auch Arbeitsmärkte. Egal wo.