Zukunft Online PR – Der Tag danach

Der PR-Tag „Zukunft Online-PR“gestern in der Aula der Hochschule in Di…

Der PR-Tag "Zukunft Online-PR"gestern in der Aula der Hochschule in Dieburg hat mir gut gefallen. Die Themen und die unterschiedliche Art der Vortragenden gaben einen guten Einblick in das, wie unterschiedlich und vielfältig Web 2.0 sein kann.

Die Organisation klappte gestern gut. Die Anfangsprobleme mit dem fehlenden Ton zu den Ebay-Videos waren schnell überwunden. Und mal ganz ehrlich: Sowas gehört einfach dazu :-)

Agenda 

Die Einführung mit einem Pseudo-Pro-und-Contra-Gespräch über Web 2.0 und die 3 Fallstudien waren ein guter Einstieg in das Thema. Ich spürte eine leichte Nervösität, die sich aber rasch legte. Für manch einen mag dieser Einstieg ungewohnt gewesen sein, aber das war die Art Web 2.0. Robert Basic zeigte die unendlichen Weiten des Webs – diese Einblicke und die Art (Blogartikel als Vortragsscript) waren für einige der Zuschauer neu und ebenso ungewohnt. Das schnappte ich in der Pause bei ein paar Gesprächen auf.

Mit Dr. Wolfgang Stocks klassischem Vortrag (Präsentation, Folien, Grafiken, Statistiken) kamen wohl viele besser zurecht. Die Einblicke in die Entwicklung des Videocasts der Bundeskanzlerin waren zudem ein fesselndes Thema. Für mich waren beide Vorträge nicht unterschiedlich gut, aber eben von der Art total unterschiedlich. Für viele war Roberts Art ein Schock des Web 2.0.

Den Schock des Blog verdeutlichte Michael Scheuermann am Beispiel, wie BASF sich dem Thema vorsichtig nähern muss. Web 2.0 ist eben nicht (nur) Technik, sondern auch Kultur. Eine neue Kultur in Unternehmen einzuführen, das ist bei vielen, gerade bei großen Unternehmen eine Herausforderung. Mir hat die lockere Art des Vortrags gut gefallen – die ironischen Bemerkungen zur BASF (z.B. "kleines mittelständisches Unternehmen") verdeutlichten die Schwierigkeiten durchaus. Ich halte das Herantasten an Blogs und Web 2.0 für den richtigen Weg für viele Unternehmen. 

Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach zeigte (ebenfalls gut locker), wie sich eine PR-Agentur (Edelman) dem Thema Web 2.0 nähert. Na ja, nähern ist gut. Edelman ist mittendrin im Erfahrung sammeln. Und ist bereits kräftig hingefallen. Und ist bereits wieder aufgestanden. Für ihn ist Web 2.0 nicht das Ziel, aber der Weg, um (online) Gespräche zu ermöglichen und zu führen. Weg von der One-Voice-Policy zum direkten Kontakt und dem Dialog mit den Anspruchsgruppen von Unternehmen. Bedingung ist natürlich, dass das Ziel zum Unternehmen passt.

Die abschließende Expertenrunde gab zwar nichts grundsätzlich Neues, sammelte aber die Vielfalt. Besonders gut: Die Einbindung des Publikum (auch bereits bei den Vorträgen).

Fazit 

Für mich waren die Themen nicht neu, gewiß aber für viele der Zuschauer im Auditorium. Vielleicht waren die Themen tatsächlich für einige ein Schock :-)

Die Veranstaltung hat mich in meinen bisherigen Eindrücken bestärkt: Authentizität, Offenheit, Transparenz – das sind die Schlagworte, unter denen wohl zukünftig Public Relations zu betrachten ist. Weg von der Einweg-Kommunikation ("Fire and forget") hin zur symmetrischen Kommunikation mit den (Teil-)Öffentlichkeiten. Weg von der Fokussierung auf ein Produkt und das Marketing dafür, hin zur Marke "Unternehmen mit Menschen".

Produkte und Dienstleistungen werden zunehmend austauschbarer. Eine neue Geschäftsidee bleibt heutzutage nicht mehr unkopiert. Menschen zu kopieren ist wesentlich schwerer. Versuche, Menschen und Personen zu kopieren bzw. zu erfinden, bleiben nicht lange erfolgreich und werden aufgedeckt. Das wiederum fällt auf die "Erfinder" zurück. Edelman hat da seine Erfahrungen.

Ich hatte viel Spaß und viele gute Gespräche in den Pausen und natürlich im Come Together danach. 

Gute Veranstaltung, mir hats gefallen. 

Infos 

Blogger vom bzw. zum PR-Tag, die Links gehen jeweils auf den ersten Beitrag:

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Autor: Frank Hamm

Frank Hamm](https://frank-hamm.com) (* 14. April 1961 in Ingelheim am Rhein) ist ein deutscher Kommunikationsberater, Blogger und Autor. Hamm lebt in der Ortsgemeinde Selzen (Rheinhessen). Im INJELEA-Blog behandelt er seit 2005 Fachliches aus Kommunikation, Produktivität, Kollaboration und Intranets. Als Der Entspannende berichtet Hamm über Wandern, Genuss und Kultur in Deutschland. Sein gleichnamiges Blog gehört zu den etablierten deutschsprachigen Wanderblogs. Subjektives aus Raum und Zeit veröffentlicht er in seinem Kolumnen-Blog Der Schreibende. In den Sozialen Medien ist Hamm aktiv auf Twitter als @DerEntspannende und als @fwhamm, auf Facebook als Der Entspannende und auf Instagram als Der Entspannende. Nachrichten und Anfragen beantwortet Hamm per E-Mail via frank@frank-hamm.com.